Was halten Sie von Kiesgärten?

Baden Württemberg verbietet Schottergärten … und Gemeinden fügen in ihre Bebauungspläne zunehmend ein entsprechendes Verbot ein. Dabei haben die meisten Landesbauordnungen bereits einen entsprechenden Passus: So legt die Bayerische Landesbauordnung in Art. 7 fest, dass die nicht mit Gebäuden überbauten Flächen wasseraufnahmefähig zu belassen oder herzustellen und zu begrünen oder zu bepflanzen sind.

Weiße Flusskiesel, geschliffener Granit, grauer Betonstein, umzäunt mit einem Metallzaun – so sehen immer mehr deutsche Vorgärten aus. Was immer mehr Hausbesitzer schick und praktisch finden, entpuppt sich zusehends als Problem für die Artenvielfalt und unser Klima. Tatsächlich spricht einiges gegen das Anlegen von Kiesgärten.

Die Artenvielfalt leidet. Für viele Wildtiere, darunter auch Singvögel, Schmetterlinge, Bienen und Hummeln, sind Gärten wichtige Refugien. Denn sie bieten – im Idealfall – mit ihrer Pflanzenvielfalt Nahrung und Unterschlupf für heimische Tiere und Insekten. Für sie sind naturnahe, strukturreiche Gärten besonders wichtig. Steingärten bieten höchstens Mauerasseln einen Unterschlupf, heizen sich im Sommer stark auf und schaffen ein ungünstiges Kleinklima.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist es, die lästige Gartenarbeit im Schottergarten ein für alle Mal los zu sein. Zwischen den Steinen und in den Fugen sammelt sich Laub und Flechten, Moose und Wildkräuter finden auch im Kies ihren Weg durch Plastik-Sperrschichten. Ein bequemes Jäten zwischen den Steinen ist schwierig. Und das Spritzen mit Unkrautvernichtern schadet Kleinstlebewesen und vergiftet das Grundwasser.

Schottergärten heizen sich im Sommer stärker auf als naturnahe Gärten. Die in den Steinen gespeicherte Wärme wird über Nacht abgegeben und wirkt so der erfrischenden Abkühlung entgegen. Der Boden kann kein Wasser speichern und es fehlen große Pflanzen, die Schatten spenden.

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